Ähnliche Spiele Wie Sims 4 – Empfehlenswerte Alternativen zu Sims 4

Nach einer Weile passiert mit Die Sims 4 etwas Merkwürdiges: Man startet eigentlich nur mit dem Gedanken, eine neue Familie zu erstellen, richtet ein kleines Haus ein und plötzlich sind zwei Stunden weg. Bei mir war es irgendwann genau dieser Moment, an dem die Frage aufkam, ob es eigentlich noch andere Spiele gibt, die dieses Gefühl auslösen können – nur mit einem etwas anderen Schwerpunkt.

Die Suche nach einem Ersatz für Sims 4 ist allerdings schwieriger, als es zunächst klingt. Viele Spiele werben mit Charakteren, Häusern oder einer offenen Welt, spielen sich aber völlig anders. Wer vor allem Familiengeschichten erzählt, braucht etwas anderes als jemand, der stundenlang Grundrisse plant. Deshalb würde ich die folgenden Titel nicht einfach als Kopien von Sims 4 betrachten. Sie greifen jeweils einen anderen Teil des bekannten Spielprinzips auf und machen daraus ihr eigenes Ding.

Paralives fühlt sich wie die naheliegendste Alternative an

Wenn ich jemandem nur ein Spiel nennen müsste, das sich wirklich mit dem Grundgedanken von Sims auseinandersetzt, würde Paralives ziemlich weit oben stehen. Der interessante Punkt ist dabei nicht, dass es Sims 4 möglichst genau nachahmt. Vielmehr versucht das Spiel, einige der Dinge freier zu gestalten, die mich an klassischen Lebenssimulationen immer wieder gestört haben.

Besonders beim Bauen wird das deutlich. Wände, Fenster und Möbel lassen sich wesentlich flexibler platzieren, und man bekommt dadurch eher das Gefühl, tatsächlich ein Haus zu entwerfen statt Bauteile aus einem festen Raster zusammenzusetzen. Gerade wer in Sims Stunden im Baumodus verbringt, dürfte diese Freiheit zu schätzen wissen. Auch die Möglichkeit, Möbel in Größe und Position stärker anzupassen, verändert den gesamten Ablauf beim Einrichten.

Paralives ist für mich deshalb weniger ein „Sims-Klon“ als ein Spiel für Leute, denen die kreative Seite von Sims besonders wichtig ist. Die Lebenssimulation gehört natürlich dazu, aber der Reiz liegt stark darin, seine eigenen Figuren und Räume nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten. Wer dagegen vor allem eine riesige Menge an etablierten Inhalten und jahrelang gewachsenen Erweiterungen sucht, wird den Unterschied zu Sims 4 deutlich spüren.

inZOI geht einen ganz anderen Weg

inZOI hat mich vor allem deshalb interessiert, weil es das bekannte Lebenssimulationsprinzip technisch deutlich moderner interpretiert. Statt des stilisierten Looks von Sims setzt das Spiel auf eine realistischere Darstellung. Figuren, Wohnungen und Umgebungen wirken dadurch weniger wie eine Zeichentrickwelt und mehr wie eine digitale Version des echten Lebens.

Das verändert allerdings auch die Atmosphäre. In Sims kann ein völlig absurdes Outfit oder eine übertriebene Gesichtsausdruck-Komik problemlos funktionieren. inZOI wirkt dagegen oft ruhiger und realistischer. Das ist nicht automatisch besser oder schlechter – es ist einfach eine andere Richtung. Wer seine Sims-Familien hauptsächlich wegen der verrückten Situationen liebt, sollte diesen Unterschied im Hinterkopf behalten.

Spannend finde ich die Möglichkeiten bei der Gestaltung von Charakteren und Umgebungen. Der Wunsch, eine Figur möglichst genau nach den eigenen Vorstellungen zu erstellen, wird hier sehr ernst genommen. Dazu kommen moderne visuelle Effekte und eine offene Welt, die einen anderen Eindruck vermittelt als die einzelnen Nachbarschaften von Sims 4.

Wenn man nach einem Spiel sucht, das sich wie eine modernere und realistischere Lebenssimulation anfühlt, ist inZOI eine naheliegende Adresse. Für mich ist es aber eher eine Alternative für Spieler, die genau diese technische und visuelle Richtung mögen – nicht unbedingt für jemanden, der einfach „noch mehr Sims“ möchte.

My Time at Sandrock: Weniger Alltagssimulation, mehr echtes Abenteuer

Manchmal merkt man erst beim Spielen anderer Genres, was einem an Sims eigentlich gefällt. Bei My Time at Sandrock sind es beispielsweise die Beziehungen zu anderen Figuren, das eigene Zuhause und das Gefühl, eine persönliche Geschichte aufzubauen. Gleichzeitig steckt darin aber sehr viel mehr als nur Alltag.

Man übernimmt eine Werkstatt, sammelt Materialien, baut Maschinen, erledigt Aufträge und erkundet die Umgebung. Nebenbei entstehen Freundschaften und Romanzen, und die eigene Figur entwickelt sich über längere Zeit weiter. Das Spiel hat dadurch einen klareren Fortschritt als Sims 4. Es gibt konkrete Aufgaben und Ziele, während eine Sims-Familie theoretisch einfach jahrelang vor sich hinleben kann.

Genau das macht Sandrock interessant, wenn einem Sims manchmal zu ziellos erscheint. Nach einem langen Abend dort habe ich eher das Gefühl, tatsächlich etwas erreicht zu haben. Gleichzeitig bleiben die kleinen persönlichen Geschichten erhalten: Wer mit wem befreundet ist, welches Haus man gebaut hat und welche Figur man besonders mag.

Das Spiel ist also keine klassische Lebenssimulation. Wer den freien Alltag ohne große Aufgaben sucht, wird hier mehr gelenkt. Dafür bekommt man eine Welt, die sich lebendiger anfühlt und regelmäßig einen Grund liefert, weiterzuspielen.

Coral Island verbindet Beziehungen mit einem langsameren Alltag

Wer bei Sims vor allem die sozialen Beziehungen, das Wohnen und den gemütlichen Teil des Spiels mag, sollte sich Coral Island genauer ansehen. Die Grundidee ist schnell erklärt: Man übernimmt eine Farm, baut sie auf, lernt die Bewohner kennen und entwickelt nach und nach seine eigene kleine Existenz.

Was mir an solchen Spielen gefällt, ist das andere Tempo. Ein Tag hat eine klare Struktur, aber man muss nicht ständig versuchen, möglichst effizient zu spielen. Man kann morgens auf der Farm arbeiten, später jemanden besuchen und den Abend mit Angeln oder Erkundungen verbringen. Diese Mischung erinnert in einzelnen Momenten an Sims, obwohl die Mechaniken natürlich deutlich stärker in Richtung Farming-Simulation gehen.

Auch die Beziehungen sind nicht bloß eine Nebensache. Figuren haben eigene Persönlichkeiten und Geschichten, sodass aus einer zunächst zufälligen Bekanntschaft mit der Zeit eine richtige Verbindung werden kann. Wer bei Sims gerne beobachtet, wie sich Beziehungen über viele Spielstunden entwickeln, findet hier einen ähnlichen Reiz – nur in einem stärker vorgegebenen Rahmen.

Für Häuserbauer sind The Tenants und House Flipper 2 interessant

Bei Sims 4 gibt es eine bestimmte Sorte Spieler, die kaum eine Familie spielt und trotzdem hunderte Stunden investiert. Der Baumodus reicht ihnen völlig. Falls du dich darin wiedererkennst, würde ich nicht zwanghaft nach einer weiteren Lebenssimulation suchen.

House Flipper 2 setzt genau dort an. Man renoviert Räume, entfernt alte Möbel, streicht Wände, verlegt Böden und richtet Immobilien neu ein. Das klingt zunächst nach Arbeit, funktioniert aber erstaunlich gut als entspanntes Spiel. Besonders angenehm ist, dass man sofort sieht, was man verändert hat. Aus einem heruntergekommenen Raum entsteht Schritt für Schritt etwas, das tatsächlich nach einer eigenen Gestaltung aussieht.

The Tenants geht noch etwas stärker in Richtung Immobilienverwaltung. Wohnungen werden renoviert und anschließend vermietet, wobei finanzielle Entscheidungen und die Bedürfnisse der Mieter eine Rolle spielen. Das soziale Sims-Gefühl fehlt zwar weitgehend, dafür gibt es einen anderen interessanten Kreislauf: Wohnung finden, umbauen, vermieten, Geld verdienen und das nächste Projekt angehen.

Spiel Was daran an Sims erinnert Der wichtigste Unterschied Besonders interessant für
Paralives Charaktere, Häuser, Alltag Sehr flexible Gestaltung Fans von Bauen und Lebenssimulationen
inZOI Figuren, Beziehungen, Alltag Realistischere Optik und Welt Spieler, die moderne Grafik bevorzugen
My Time at Sandrock Beziehungen, Zuhause, persönliche Entwicklung Stärkerer Abenteuer- und Crafting-Anteil Spieler mit Freude an Fortschritt und Erkundung
Coral Island Beziehungen, Wohnen, Alltag Farming und feste Spielabläufe Fans gemütlicher Lebenssimulationen
House Flipper 2 Einrichten und Gestalten Keine klassische Lebenssimulation Baufans und Innenarchitektur-Liebhaber
The Tenants Wohnungen und Einrichtung Fokus auf Vermietung und Verwaltung Spieler mit Interesse an Immobilien

Und was ist mit Stardew Valley?

Ich würde Stardew Valley trotz des offensichtlichen Unterschieds nicht aus der Liste streichen. Wer Sims spielt, weil er gerne Geschichten über Figuren erfindet, Beziehungen entwickelt und einen persönlichen Rückzugsort aufbaut, kann dort überraschend viel Zeit verlieren.

Die Grafik ist natürlich eine völlig andere Welt. Auch das eigentliche Gameplay dreht sich um Landwirtschaft, Sammeln, Angeln und Erkundung. Trotzdem entsteht dieses vertraute Gefühl, langsam ein eigenes Leben aufzubauen. Man kennt irgendwann die Bewohner des Ortes, weiß, wer welchen Gegenstand mag, und entwickelt seine Farm nach den eigenen Vorstellungen.

Der entscheidende Unterschied liegt darin, dass Stardew Valley deutlich stärker auf konkrete Spielmechaniken setzt. Sims lässt einen viel häufiger einfach machen. Stardew gibt dagegen einen Rhythmus vor. Gerade diese Mischung aus Freiheit und Struktur kann aber angenehm sein, wenn eine reine Sandbox irgendwann etwas leer wirkt.

Warum nicht einfach auf ein weiteres Sims-Spiel warten?

Das ist tatsächlich eine berechtigte Frage. Wer an Sims 4 vor allem die enorme Menge an Erweiterungen, Objekten und bekannten Mechaniken liebt, wird bei fast jeder Alternative Kompromisse eingehen müssen. Ein anderes Spiel kann den Baumodus besser machen, realistischer aussehen oder spannendere Aufgaben bieten – aber es bringt nicht automatisch die komplette Geschichte des eigenen Sims-Universums mit.

Deshalb würde ich beim Wechsel nicht danach suchen, welches Spiel Sims 4 in jedem Bereich ersetzt. Das funktioniert meiner Meinung nach kaum. Interessanter ist die Frage, welcher Teil von Sims 4 dir eigentlich am meisten fehlt, wenn du das Spiel gerade nicht startest.

Sind es die Häuser? Dann landet man schnell bei Paralives oder House Flipper 2. Geht es um Beziehungen und eine Figur, deren Leben sich entwickelt, passen inZOI, Stardew Valley oder My Time at Sandrock eher ins Bild. Möchtest du dagegen einfach eine Welt, in der du einen eigenen Alltag aufbauen kannst, ohne ständig denselben Sims-4-Kreislauf zu wiederholen, lohnt sich der Blick über das Genre hinaus besonders.

Die beste Alternative ist nicht unbedingt die ähnlichste

Das ist vielleicht die Erkenntnis, die ich aus meiner eigenen Suche nach ähnlichen Spielen mitgenommen habe. Ein Spiel muss nicht dieselben Menüs, dieselben Bedürfnisse und denselben Baumodus besitzen, um einen ähnlichen Nerv zu treffen. Manchmal sucht man nach „Sims 4 Alternative“ und meint eigentlich nur das Gefühl, eine kleine Welt nach eigenen Vorstellungen zu formen.

Genau deshalb würde ich nicht versuchen, Sims 4 eins zu eins zu ersetzen. Probier lieber ein Spiel aus, das den Teil des Erlebnisses übernimmt, der dir wirklich wichtig ist. Bei mir funktioniert dieser Wechsel inzwischen sogar besser als die Suche nach einem perfekten Ersatz: Ein Spiel liefert die kreativen Häuser, ein anderes die Beziehungen, ein drittes den gemütlichen Alltag.

Und vielleicht ist das auch das Schöne daran. Die eigene virtuelle Familie muss nicht immer im selben Wohnzimmer sitzen, damit eine Geschichte interessant bleibt. Manchmal reicht schon eine neue Stadt, eine andere Art von Haus oder eine Figur, die plötzlich ganz andere Ziele hat. Genau dort beginnen die Spiele, die zwar nicht Sims 4 sind, sich aber trotzdem vertraut anfühlen.

Grafiken und Fotos: Magnific.com


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