Wer in Fallout 4 zum ersten Mal durch Boston läuft und plötzlich auf einen roten Strich mitten auf dem Gehweg stößt, denkt leicht an irgendein Detail der zerstörten Stadt. Genau dieser rote Strich ist aber der Anfang einer der interessantesten kleinen Schnitzeljagden des Spiels. Die Quest „Der Weg zur Freiheit“ führt euch durch das alte Boston und ist gleichzeitig eure Spur zur Railroad.
Ich mag diese Aufgabe gerade deshalb, weil sie nicht einfach einen Marker auf die Karte setzt und euch zum Ziel schickt. Stattdessen müsst ihr die Stadt lesen. Schilder, historische Orte und die roten Markierungen auf dem Boden ergeben zusammen einen Weg, der am Ende in einem versteckten Zugang unter der Old North Church endet. Wer aufmerksam spielt, kann die Lösung selbst herausfinden. Wer einfach nur weiterkommen möchte, findet hier die komplette Route.
So beginnt „Der Weg zur Freiheit“ in Fallout 4
Der natürliche Ausgangspunkt befindet sich im Boston Common. Dort steht ein Tour-Roboter, der Besuchern etwas über den Freedom Trail erzählt. Wenn ihr ihm zuhört, bekommt ihr den Hinweis, dass ihr dem historischen Weg durch Boston folgen sollt. Die Quest wird dadurch gestartet beziehungsweise ihr erhaltet den entscheidenden Hinweis für die weitere Suche.
Falls ihr Boston Common bereits früher besucht habt und die Quest nicht sofort ausgelöst wurde, müsst ihr nicht verzweifeln. Die eigentliche Route lässt sich auch ohne lange Vorbereitung verfolgen. Entscheidend ist der rote Ziegelstreifen auf dem Boden. Er führt euch von einer historischen Sehenswürdigkeit zur nächsten. An mehreren Stellen findet ihr außerdem kleine runde Markierungen mit Buchstaben. Genau diese Buchstaben braucht ihr später.
Ich würde an dieser Stelle nicht zu schnell reisen. Die Umgebung ist zwar gefährlicher als viele der frühen Gebiete rund um Sanctuary, aber die Route selbst ist gut nachvollziehbar. Gerade die ersten Stationen sind so angelegt, dass man beim normalen Erkunden automatisch auf die nächste Markierung stößt.
Der Freedom Trail: Die Route durch Boston
Der Freedom Trail beginnt am Boston Common und führt quer durch die Innenstadt. Die einzelnen Stationen sind im Spiel nicht einfach dekorative Kulissen. Sie sind Teil des Rätsels. Wenn ihr dem roten Weg folgt, kommt ihr nacheinander an mehreren historischen Orten vorbei.
- Boston Common – Hier beginnt die Spur und ihr findet den Tour-Roboter.
- Massachusetts State House – Die nächste Station des Freedom Trail.
- Old Granary Burying Ground – Der Weg führt weiter durch den alten Friedhof.
- Old Corner Bookstore – Eine weitere Markierung des historischen Pfades.
- Old South Meeting House – Folgt weiterhin den roten Ziegeln.
- Old State House – Hier befindet sich eine weitere Buchstabenmarkierung.
- Boston Massacre Site – Der Trail bleibt mitten in den Straßen der Stadt.
- Faneuil Hall – Von hier aus geht es weiter Richtung Norden.
- Paul Revere House – Die Route führt nun deutlich näher an das eigentliche Ziel.
- Old North Church – Hier endet der sichtbare Freedom Trail und die Suche nach der Railroad beginnt.
Das klingt auf dem Papier länger, als es sich beim Spielen anfühlt. Der eigentliche Trick besteht darin, den roten Linien nicht aus den Augen zu verlieren. Manchmal verlaufen sie über eine Kreuzung oder sind zwischen Schutt und Fahrzeugen schwer zu erkennen. Wenn ihr plötzlich nicht mehr wisst, wohin, lohnt es sich meistens, ein paar Meter zurückzugehen, statt kreuz und quer durch die Häuser zu laufen.
Die Buchstaben sind wichtiger als der eigentliche Weg
An den Stationen des Freedom Trail findet ihr runde Platten im Boden. Auf ihnen stehen jeweils ein Buchstabe und eine Zahl. Die Zahlen sehen zunächst so aus, als würden sie zu einem komplizierten Zahlencode gehören. Tatsächlich braucht ihr am Ende vor allem die Buchstaben.
Hier kann man sich leicht selbst im Weg stehen. Ihr müsst nicht jede einzelne Information auswendig lernen und auch nicht zwingend alle Stationen in der richtigen Reihenfolge untersuchen. Die Markierungen ergeben zusammen einen Hinweis auf das Ziel. Wer die Buchstaben aufmerksam sammelt, kommt schließlich auf das Wort RAILROAD.
Das ist einer dieser Momente, in denen Fallout 4 angenehm altmodisch wirkt. Das Spiel sagt euch nicht in großen Buchstaben, dass ihr jetzt dieses Wort eingeben sollt. Stattdessen lässt es euch ein kleines Stück Arbeit machen. Wenn ihr ohnehin nur möglichst schnell zur Railroad wollt, könnt ihr euch die komplette Buchstabenjagd allerdings sparen und direkt mit dem bekannten Lösungswort weitermachen.
Was tun, wenn der Freedom Trail plötzlich verschwindet?
Die Stelle, an der viele Spieler kurz ins Stocken geraten, liegt gegen Ende der Route. Die Stadt wird enger, die Umgebung unübersichtlicher und der rote Weg ist nicht immer so deutlich sichtbar wie am Anfang. Hier hilft es, sich an der allgemeinen Richtung zu orientieren und nach der Old North Church Ausschau zu halten.
Die Kirche ist nicht nur eine weitere Station des Trails. Sie ist das eigentliche Ziel der Quest. Sobald ihr sie erreicht, beginnt der deutlich interessantere Teil der Aufgabe. Im Inneren warten Gegner, und die Suche führt euch schließlich unter das Gebäude.
Bei meinem ersten Durchgang war genau dieser Abschnitt einer der Punkte, an denen ich länger gesucht habe als nötig. Man erwartet bei einer solchen Quest schnell einen offensichtlichen Eingang oder eine große Tür mit Questmarkierung. Fallout 4 macht es hier etwas anders. Die Hinweise sind vorhanden, aber ihr müsst die Umgebung tatsächlich ansehen.
Durch die Old North Church zur Railroad
Betretet die Old North Church und arbeitet euch durch das Innere. Dort trefft ihr auf Ghule, die in den engen Gängen deutlich unangenehmer sind als auf freier Fläche. Besonders wenn ihr mit einem frühen Charakter unterwegs seid, würde ich nicht blind in die nächsten Räume sprinten. Die Gegner kommen teilweise aus kurzen Entfernungen, und die engen Gänge lassen wenig Platz zum Ausweichen.
Haltet Ausschau nach kleinen Symbolen beziehungsweise den Markierungen, die euch tiefer in das Gebäude führen. Der Weg geht schließlich in den Keller. Von dort aus gelangt ihr in die unterirdischen Bereiche unter der Kirche.
Am Ende findet ihr eine Tür mit einem runden Mechanismus. Hier kommt das Rätsel des Freedom Trail noch einmal zusammen. Auf dem Ring stehen Buchstaben. Ihr müsst den Ring so drehen, dass ihr das Wort RAILROAD buchstabiert. Nach jedem Buchstaben wird die entsprechende Position ausgewählt. Anschließend müsst ihr den Mechanismus bestätigen.
Falls sich nichts öffnet, ist meistens nicht die Quest kaputt. Kontrolliert einfach noch einmal die Reihenfolge. Das Lösungswort lautet nicht „FREEDOM“ und auch nicht „TRAIL“, sondern RAILROAD. Das ist ein kleiner, aber entscheidender Unterschied.
Was passiert nach dem Öffnen des Eingangs?
Hinter der Tür findet ihr den Zugang zum Versteck der Railroad. Damit ist die eigentliche Suche nach der Fraktion aber noch nicht ganz abgeschlossen. Ihr trefft dort auf Mitglieder der Railroad und bekommt es mit Deacon zu tun, der euch zunächst entsprechend vorsichtig gegenübersteht.
Das passt gut zur Inszenierung der Quest. Bis zu diesem Moment habt ihr die Railroad eigentlich nur als Gerücht verfolgt. Der Weg durch Boston fühlt sich deshalb fast wie eine kleine Initiationsprüfung an. Erst nachdem ihr den versteckten Zugang gefunden habt, wird aus dem Namen eine tatsächliche Fraktion mit eigenen Zielen und Konflikten.
Wenn ihr euch für die Railroad interessiert, solltet ihr danach nicht einfach sofort wieder verschwinden. Die anschließenden Gespräche erklären einiges über ihre Sicht auf Synths und ihre Rolle im Commonwealth. Außerdem führt dieser Abschnitt zu weiteren Quests, die später für einen bestimmten Handlungsweg von Bedeutung werden können.
Kann man die Quest ohne die Hinweise lösen?
Ja. Das ist sogar einer der angenehmen Aspekte dieser Aufgabe. Fallout 4 zwingt euch nicht dazu, jede Station perfekt abzuklappern. Wenn ihr das Lösungswort bereits kennt, könnt ihr euch durch Boston zur Old North Church bewegen und dort den Mechanismus öffnen.
Allerdings würde ich beim ersten Spieldurchgang nicht unbedingt auf die Abkürzung setzen. Die Route ist eine der wenigen Quests im Spiel, bei denen die Stadt selbst zum Rätsel wird. Die historischen Schauplätze geben Boston mehr Charakter und machen deutlich, dass die Entwickler den Freedom Trail nicht nur als Wegweiser, sondern als Teil der Welt eingebaut haben.
Für einen zweiten Durchlauf sieht die Sache natürlich anders aus. Dann spricht wenig dagegen, direkt zur Kirche zu laufen. Wer die Quest bereits kennt, weiß schließlich genau, was hinter der Tür wartet.
Ein paar Dinge, die den Weg deutlich angenehmer machen
Die größte Hilfe ist tatsächlich Geduld. Die roten Ziegel sind nicht immer perfekt zu erkennen, besonders wenn Kämpfe, Trümmer oder andere Objekte die Straße verdecken. Statt den Questmarker permanent anzustarren, lohnt sich ein kurzer Blick auf den Boden. Sobald ihr wieder auf dem Trail steht, wird die Orientierung wesentlich einfacher.
Auch die Gegner sollte man nicht völlig ignorieren. Boston Common und die Bereiche entlang des Freedom Trail können je nach Spielstand von unterschiedlichen Feinden bevölkert sein. Mit einem schwachen Charakter kann ein vermeintlich kurzer Weg plötzlich mehrere Heilitems kosten. Ein paar Stimpaks und ausreichend Munition machen die Sache entspannter, ohne dass man dafür speziell für diese Quest Ausrüstung farmen müsste.
Und noch ein Detail, das später durchaus hilfreich sein kann: Wenn ihr den Freedom Trail einmal selbst verfolgt habt, erkennt ihr einige Bereiche von Boston bei weiteren Erkundungen schneller wieder. Gerade in der Innenstadt ist die Orientierung anfangs gewöhnungsbedürftig. Nach dieser Quest wirkt das Gebiet deutlich weniger wie ein Labyrinth.
Warum diese kleine Quest besser funktioniert, als man zunächst denkt
„Der Weg zur Freiheit“ ist keine riesige Mission mit mehreren Enden und großen Entscheidungen. Ihre Stärke liegt woanders. Die Quest bringt euch dazu, die Umgebung nicht nur als Kulisse für Schießereien zu benutzen. Plötzlich sind ein roter Ziegelstreifen, eine kleine Metallplatte und ein paar Buchstaben relevant.
Genau solche Momente bleiben mir bei Fallout 4 stärker im Gedächtnis als manche der großen Gefechte. Man folgt einer Spur durch eine zerstörte Stadt, setzt aus unscheinbaren Hinweisen ein Wort zusammen und öffnet schließlich eine Tür, hinter der eine ganze Fraktion verborgen ist. Der Weg selbst ist dabei fast wichtiger als die Belohnung am Ende.
Wer die Lösung kennt, braucht für die Quest nicht viel Zeit. Wer sie zum ersten Mal spielt, sollte sich dagegen ruhig die paar Minuten nehmen und den Trail tatsächlich verfolgen. Boston hat an dieser Stelle etwas, das Fallout 4 nicht ständig bietet: das Gefühl, dass die Welt euch einen Hinweis gibt und darauf wartet, dass ihr ihn selbst versteht.
Grafiken und Fotos: Magnific.com

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