Als ich A Way Out zum ersten Mal mit einem Freund gespielt habe, war nicht die Geschichte allein das, was hängen geblieben ist. Es war dieses Gefühl, dass man ständig miteinander reden musste. Einer öffnet eine Tür, während der andere Wache hält. Einer entdeckt einen Hinweis, während der andere noch an einem ganz anderen Problem arbeitet. Viele Spiele erzählen eine Handlung, aber nur wenige schaffen diese besondere Verbindung zwischen zwei Menschen vor dem Bildschirm.
Genau deshalb suchen viele Spieler nach ähnlichen Erfahrungen. Nicht unbedingt nach einem weiteren Gefängnisausbruch oder einer Kriminalgeschichte, sondern nach Spielen, bei denen Kooperation wirklich notwendig ist. Ich habe über die Jahre viele Koop-Spiele ausprobiert und dabei gemerkt: Der Unterschied zwischen einem normalen Mehrspieler-Titel und einem echten Erlebnis wie A Way Out liegt darin, dass beide Spieler eine Rolle haben. Niemand läuft einfach hinterher und schießt ein bisschen mit.
Die folgenden Spiele kommen diesem Gefühl unterschiedlich nahe. Manche setzen stärker auf emotionale Geschichten, andere auf kreative Rätsel oder chaotische Zusammenarbeit. Aber alle haben diese Eigenschaft, die A Way Out so besonders gemacht hat: Man erlebt das Abenteuer nicht nebeneinander, sondern miteinander.
It Takes Two – Der nächste Schritt von den Machern von A Way Out
Wenn jemand nach einem Spiel wie A Way Out fragt, landet man fast automatisch bei It Takes Two. Das liegt nicht nur daran, dass beide Spiele vom selben Entwicklerstudio stammen, sondern vor allem daran, dass die Grundidee identisch bleibt: Zwei Spieler müssen zusammenarbeiten, um voranzukommen.
Der große Unterschied liegt im Stil. Während A Way Out eine eher ernste Geschichte über zwei Gefangene erzählt, ist It Takes Two deutlich verspielter. Die beiden Hauptfiguren werden auf eine ungewöhnliche Reise geschickt, bei der jedes Kapitel neue Spielmechaniken einführt. Mal löst man gemeinsam Rätsel, mal kämpft man gegen Gegner, mal muss man einfach nur den richtigen Moment für eine Aktion finden.
Was mir an It Takes Two besonders gefällt, ist die Abwechslung. Viele Koop-Spiele finden eine gute Idee und wiederholen sie dann stundenlang. Hier fühlt sich fast jeder Abschnitt anders an. Man merkt, dass das Team bewusst wollte, dass beide Spieler regelmäßig überrascht werden.
Für Paare oder Freunde, die ein Spiel suchen, bei dem Kommunikation wichtiger ist als perfekte Reflexe, ist dieser Titel wahrscheinlich die naheliegendste Wahl. Die Verbindung zwischen den Figuren steht klar im Mittelpunkt.
Brothers: A Tale of Two Sons – Eine andere Art von Zusammenarbeit
Bevor A Way Out erschien, machte Entwickler Josef Fares bereits mit Brothers: A Tale of Two Sons auf sich aufmerksam. Das Spiel funktioniert anders als klassische Koop-Titel, denn ursprünglich steuert ein Spieler beide Brüder gleichzeitig. Trotzdem gehört es in diese Liste, weil die emotionale Idee stark mit A Way Out verbunden ist.
Man begleitet zwei Geschwister auf einer Reise voller kleiner Rätsel und ruhiger Momente. Das Besondere ist nicht die Komplexität der Aufgaben, sondern die Beziehung zwischen den Figuren. Viele Situationen funktionieren nur, weil beide Brüder unterschiedliche Fähigkeiten besitzen.
Ich erinnere mich besonders daran, dass das Spiel sehr wenig erklärt. Es vertraut darauf, dass der Spieler selbst herausfindet, wie die Verbindung zwischen den Charakteren funktioniert. Genau diese Zurückhaltung macht die Erfahrung so intensiv.
Wer bei A Way Out vor allem die persönliche Geschichte zwischen zwei Hauptfiguren mochte, findet hier eine andere, aber ähnlich emotionale Erfahrung.
Overcooked! – Wenn Zusammenarbeit plötzlich Stress bedeutet
Auf den ersten Blick scheint Overcooked! kaum Gemeinsamkeiten mit A Way Out zu haben. Hier gibt es keine Gefängnisse, keine dramatischen Wendungen und keine filmische Inszenierung. Trotzdem bringt kaum ein anderes Spiel die Bedeutung von Teamarbeit so deutlich auf den Bildschirm.
In Overcooked kocht man gemeinsam in immer verrückteren Küchen. Einer schneidet Zutaten, ein anderer bereitet Gerichte vor, jemand räumt Teller weg. Klingt einfach, bis plötzlich alles gleichzeitig passiert und jeder Spieler seine Aufgabe im Blick behalten muss.
Der Reiz entsteht durch die Kommunikation. Nach einigen Minuten merkt man, dass blindes Herumprobieren nicht funktioniert. Man muss sich absprechen, Aufgaben verteilen und manchmal auch über eigene Fehler lachen.
| Spiel | Besonderheit | Für wen geeignet? |
|---|---|---|
| It Takes Two | Story-Koop mit ständig wechselnden Mechaniken | Spieler, die eine gemeinsame Reise erleben möchten |
| Brothers: A Tale of Two Sons | Emotionale Geschichte über zwei verbundene Figuren | Fans von erzählerischen Spielen |
| Overcooked! | Chaotische Zusammenarbeit unter Zeitdruck | Freunde, die gemeinsam lachen wollen |
| Unravel Two | Ruhige Rätsel mit zwei verbundenen Charakteren | Spieler, die entspannte Koop-Erlebnisse mögen |
Unravel Two – Gemeinsam durch eine kleine, große Welt
Unravel Two erzählt keine dramatische Geschichte wie A Way Out, aber es besitzt eine ähnliche Stärke: Zwei Figuren müssen zusammen funktionieren. Die kleinen Yarny-Charaktere bewegen sich durch wunderschön gestaltete Umgebungen und lösen gemeinsam Hindernisse.
Das Spiel lebt von seiner Atmosphäre. Statt Explosionen und schnellen Actionsequenzen stehen Beobachtung und Timing im Vordergrund. Man zieht sich gegenseitig hoch, baut Verbindungen und nutzt die Umgebung geschickt.
Was mir hier besonders gefällt, ist die Ruhe. Nicht jedes Koop-Spiel muss laut und hektisch sein. Manchmal entsteht die beste Zusammenarbeit genau dann, wenn beide Spieler konzentriert nach einer Lösung suchen und sich langsam vortasten.
Portal 2 – Koop-Rätsel, bei denen Kommunikation entscheidet
Portal 2 ist eines der Spiele, die zeigen, wie wichtig ein gutes Zusammenspiel sein kann. Der Koop-Modus funktioniert ausschließlich, wenn beide Spieler miteinander sprechen. Jeder besitzt dieselben Werkzeuge, aber die Lösungen entstehen erst durch gemeinsame Überlegung.
Die Rätsel sind clever aufgebaut und verlangen oft, dass man die Perspektive des anderen versteht. Ein Spieler sieht vielleicht eine Möglichkeit, während der andere erkennt, warum sie nicht funktionieren kann.
Natürlich unterscheidet sich Portal 2 stark von A Way Out. Es gibt keine vergleichbare Charaktergeschichte. Aber das Gefühl, gemeinsam etwas Schwieriges zu schaffen, ist sehr ähnlich.
Gerade wenn man bei A Way Out die Momente mochte, in denen man gemeinsam überlegen musste, ist Portal 2 eine ausgezeichnete Wahl.
Keep Talking and Nobody Explodes – Vertrauen ohne Bildschirmteilung
Ein ungewöhnliches Spiel für Fans von Zusammenarbeit ist Keep Talking and Nobody Explodes. Hier sieht nur ein Spieler eine Bombe, während der andere Spieler eine Anleitung besitzt und erklären muss, wie sie entschärft wird.
Das klingt simpel, erzeugt aber eine überraschend intensive Dynamik. Man muss genau zuhören, Begriffe klar beschreiben und unter Zeitdruck ruhig bleiben. Fehler entstehen meistens nicht durch mangelndes Können, sondern durch schlechte Kommunikation.
Es erinnert mich an die besten Momente aus A Way Out: Nicht die Technik entscheidet, sondern wie gut zwei Menschen zusammenarbeiten.
Detroit: Become Human – Wenn die Geschichte wichtiger ist als der Koop-Modus
Wer an A Way Out vor allem die filmische Erzählweise mochte, sollte sich Detroit: Become Human ansehen. Es besitzt keinen klassischen Koop-Modus, aber eine ähnliche Konzentration auf Entscheidungen, Beziehungen und die Entwicklung von Charakteren.
Die Handlung verändert sich abhängig von den Entscheidungen des Spielers. Kleine Aktionen können später große Auswirkungen haben. Dieses Gefühl, eine Geschichte nicht nur anzusehen, sondern aktiv mitzugestalten, verbindet den Titel mit der erzählerischen Stärke von A Way Out.
Natürlich fehlt der direkte zweite Spieler. Trotzdem kann es interessant sein, das Abenteuer gemeinsam zu erleben, indem man Entscheidungen diskutiert und verschiedene Möglichkeiten ausprobiert.
Welche Spiele kommen dem Gefühl von A Way Out wirklich nahe?
Die Suche nach einem direkten Ersatz ist schwierig, weil A Way Out eine seltene Kombination besitzt: eine lineare Geschichte, zwei Hauptfiguren und einen Koop-Modus, der niemals wie ein Zusatz wirkt. Viele Spiele treffen nur einen Teil dieser Mischung.
Wer die Beziehung zwischen den Charakteren und die gemeinsame Handlung sucht, wird mit It Takes Two oder Brothers wahrscheinlich am meisten anfangen können. Wer dagegen die Kommunikation und das gemeinsame Lösen von Problemen mochte, findet mit Portal 2 oder Keep Talking and Nobody Explodes spannende Alternativen.
Am Ende hängt die richtige Wahl davon ab, welcher Teil von A Way Out im Gedächtnis geblieben ist. War es die Geschichte? Die Gespräche während des Spielens? Das Gefühl, wirklich aufeinander angewiesen zu sein? Genau diese Frage hilft meistens besser weiter als jede Rangliste.
Warum Koop-Spiele wie A Way Out besonders bleiben
Nach vielen Stunden mit verschiedenen Mehrspieler-Spielen fällt mir immer wieder auf, dass die besten Erinnerungen selten aus dem perfekten Sieg entstehen. Sie entstehen aus Situationen, über die man später noch spricht. Ein misslungener Plan, ein unerwarteter Moment oder eine Lösung, die nur funktioniert hat, weil beide Spieler zusammen gedacht haben.
A Way Out hat gezeigt, dass Kooperation mehr sein kann als ein zusätzlicher Spielmodus. Die Verbindung zwischen zwei Menschen vor dem Bildschirm wird selbst ein Teil der Geschichte. Genau deshalb funktionieren auch Spiele wie It Takes Two, Portal 2 oder Unravel Two so gut: Sie geben dem gemeinsamen Erlebnis genug Raum.
Vielleicht ist das auch der Grund, warum solche Spiele noch lange nach dem Abspann im Kopf bleiben. Man erinnert sich nicht nur daran, was die Spielfigur getan hat. Man erinnert sich daran, mit wem man es erlebt hat.
Grafiken und Fotos: Magnific.com

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