Wie Viele Pokémon Gibt Es Bei Pokémon GO? Aktuelle Anzahl der verfügbaren Pokémon in Pokémon GO

Wer Pokémon GO schon ein paar Jahre spielt, kennt diesen Moment: Man öffnet den Pokédex, blättert durch die Einträge und stellt irgendwann fest, dass die eigene Vorstellung von „vielen Pokémon“ nicht mehr ganz mit dem Spiel übereinstimmt. Früher war der Pokédex überschaubar. Heute stehen dort Arten, Formen, regionale Varianten und Pokémon, die man vielleicht nur einmal bei einem bestimmten Event gesehen hat. Und genau deshalb ist die einfache Frage „Wie viele Pokémon gibt es in Pokémon GO?“ schwieriger zu beantworten, als sie zunächst klingt.

Bei der Recherche für solche Zahlen schaue ich deshalb nicht nur auf die Nummer des letzten Pokédex-Eintrags. In Pokémon GO ist nämlich ein Unterschied zwischen Pokémon, die grundsätzlich im Spiel implementiert sind, Pokémon, die aktuell erhältlich sind, und Pokémon, die ein Spieler tatsächlich fangen kann. Diese drei Dinge werden im Internet gerne durcheinandergeworfen. Das führt schnell zu Zahlen, die zwar plausibel aussehen, aber am Ende an der eigentlichen Frage vorbeigehen.

Die Zahl hängt davon ab, was man als „verfügbar“ bezeichnet

Die klassische Antwort wäre: Pokémon GO enthält inzwischen mehr als 1.000 verschiedene Pokémon-Arten. Damit ist aber noch nicht gesagt, dass all diese Arten jederzeit irgendwo auftauchen. Einige wurden bereits veröffentlicht, sind aber nur über bestimmte Events, Raids, Forschungsaufgaben oder zeitlich begrenzte Aktionen erhältlich. Andere sind regional gebunden und können für Spieler in Europa praktisch unsichtbar bleiben, wenn sie nicht reisen oder mit anderen Spielern tauschen.

Hinzu kommen Formen. Ein Alola-Pokémon ist nicht einfach nur ein kosmetisch anders aussehendes Exemplar, sondern wird im Spiel teilweise wie eine eigene Variante behandelt. Dasselbe gilt für Galar-Formen, Hisui-Formen, bestimmte Kostüm-Pokémon und weitere Sondervarianten. Wer also seinen Pokédex möglichst vollständig führen möchte, merkt ziemlich schnell, dass die reine Artenzahl nur einen Teil der Geschichte erzählt.

Genau deshalb würde ich die Frage im Gespräch mit einem anderen Spieler normalerweise erst einmal zurückgeben: Meinst du alle bisher veröffentlichten Arten oder wirklich alles, was du heute ohne besondere Bedingungen bekommen kannst? Für die Spielpraxis ist diese Unterscheidung wesentlich hilfreicher als eine einzige große Zahl.

Wie groß der Pokédex inzwischen geworden ist

Pokémon GO startete 2016 mit den Pokémon der ersten Generation. Damals war die Sache noch angenehm übersichtlich: 151 Arten bildeten den theoretischen Rahmen, auch wenn nicht alle von Anfang an verfügbar waren. Mit jeder weiteren Generation wuchs der Pokédex, allerdings nicht immer in einem gleichmäßigen Tempo. Niantic veröffentlichte neue Pokémon häufig in Wellen und verband einzelne Arten mit Events oder besonderen Spielmechaniken.

Heute reicht der Inhalt des Spiels über die ersten sechs Generationen hinaus und umfasst Pokémon aus zahlreichen Generationen der Hauptreihe. Dabei wurde die Veröffentlichung bewusst nicht einfach nach dem Muster „eine Generation komplett auf einmal“ durchgeführt. Manche Pokémon kamen Jahre nach ihren Artgenossen ins Spiel, andere tauchten zuerst in einem bestimmten Event auf.

Das erklärt auch, warum zwei Spieler mit demselben Pokédex unterschiedliche Eindrücke von der Größe des Spiels haben können. Wer Pokémon GO regelmäßig seit 2016 spielt, hat viele Veröffentlichungen praktisch nebenbei erlebt. Ein neuer Spieler sieht dagegen einen riesigen Katalog voller Lücken. Besonders auffällig wird das bei Entwicklungsreihen, deren letzte Stufe erst viel später verfügbar wurde.

Mehr als nur die Zahl neben dem Pokémon

Ein gutes Beispiel sind regionale Varianten. Nehmen wir ein Pokémon, das sowohl in seiner ursprünglichen Form als auch in einer Alola- oder Galar-Variante vorkommt. Für den Sammler sind das zwei unterschiedliche Einträge beziehungsweise Varianten, obwohl der Name der Art derselbe bleibt. Ähnlich verhält es sich mit Hisui-Formen aus Pokémon Legends: Arceus.

Dann kommen Kostüme hinzu. Ein Pikachu mit einem bestimmten Hut ist biologisch natürlich immer noch Pikachu. Im Spiel kann ein solches Exemplar für Sammler trotzdem eine völlig eigene Bedeutung haben, weil es nur während eines bestimmten Events verfügbar war. Wer einen alten Event-Pikachu-Eintrag besitzt, kann damit etwas sammeln, das ein neuer Spieler Jahre später unter Umständen nicht mehr regulär bekommen kann.

Deshalb würde ich bei einer Angabe zur Anzahl immer zwischen Pokémon-Arten und unterschiedlichen Varianten unterscheiden. Die Artenzahl beantwortet die Frage „Wie viele verschiedene Pokémon gibt es?“. Die Variantenfrage beantwortet eher „Wie viele unterschiedliche Einträge oder Sammlerobjekte kann ich in Pokémon GO finden?“. Das sind zwei verschiedene Zählweisen.

Was davon kann man tatsächlich fangen?

Hier wird die Sache für neue Spieler besonders interessant. Nicht jedes Pokémon, das im Pokédex von Pokémon GO auftaucht, läuft einem einfach beim Spaziergang über den Weg. Manche Arten sind an Raids gebunden, manche an Eier, Forschungsaufgaben oder bestimmte saisonale Rotationen. Andere erscheinen nur bei Events häufiger.

Einige legendäre Pokémon sind dafür ein gutes Beispiel. Sie sind zwar Bestandteil des Spiels und können von Spielern gefangen werden, erscheinen aber nicht dauerhaft in der normalen Wildnis. Häufig wechseln sie sich in Raid-Rotationen ab. Wer also genau ein bestimmtes legendäres Pokémon sucht, kann nicht einfach davon ausgehen, dass es heute oder nächste Woche verfügbar ist.

Bei regionalen Pokémon kommt noch eine weitere Hürde hinzu. Bestimmte Arten sind an geografische Regionen gebunden. Ein Spieler in Deutschland kann dadurch einen Pokédex haben, in dem einzelne Lücken nicht deshalb existieren, weil er schlecht gespielt hat, sondern schlicht weil das entsprechende Pokémon normalerweise auf einem anderen Kontinent auftaucht.

Zählweise Was damit gemeint ist Warum die Zahl unterschiedlich ausfällt
Pokémon-Arten Die unterschiedlichen Spezies aus der Pokémon-Welt Formen und Kostüme werden nicht separat als neue Art gezählt
Im Spiel veröffentlichte Pokémon Arten, die irgendwann in Pokémon GO verfügbar gemacht wurden Nicht jedes Pokémon ist dauerhaft erhältlich
Aktuell fangbare Pokémon Pokémon, die zum jeweiligen Zeitpunkt tatsächlich erhältlich sind Events, Raids, saisonale Wechsel und regionale Grenzen verändern das Angebot
Sammler-Varianten Formen, Kostüme und besondere Ausführungen Ein einziges Pokémon kann mehrere unterschiedliche Varianten besitzen

Warum sich die aktuelle Zahl ständig verändert

Bei Pokémon GO sollte man eine konkrete Zahl immer mit einem Datum versehen. Das klingt zunächst nach einer Kleinigkeit, macht aber einen großen Unterschied. Niantic veröffentlicht regelmäßig neue Pokémon und Varianten. Gleichzeitig können bestimmte Inhalte zeitweise zurückkehren oder verschwinden.

Das bedeutet: Eine Zahl, die vor einem Jahr korrekt war, kann heute bereits veraltet sein. Gerade bei Artikeln und Pokédex-Übersichten fällt mir häufig auf, dass eine alte Zahl einfach weiterkopiert wird. Der Text wirkt dadurch aktuell, obwohl die eigentliche Information längst nicht mehr stimmt.

Auch Events verändern das Bild. Ein Pokémon kann während eines Community Days plötzlich sehr häufig erscheinen und danach wieder deutlich seltener werden. Bei anderen Arten verhält es sich umgekehrt: Sie werden im Rahmen eines Events erstmals veröffentlicht und sind anschließend nur noch unter bestimmten Bedingungen zu bekommen.

Und was ist mit den Pokémon, die noch fehlen?

Ein weiterer Punkt wird bei der Frage nach der Gesamtzahl gerne übersehen: Die Pokémon-Hauptreihe enthält mehr Arten, als Pokémon GO bislang vollständig umgesetzt hat. Der Pokédex von Pokémon GO ist also nicht automatisch eine vollständige Abbildung aller Pokémon, die Nintendo und Game Freak bisher veröffentlicht haben.

Das ist auch der Grund, warum man nicht einfach die aktuelle Gesamtzahl aus den Hauptspielen nehmen und sagen kann: „Diese Pokémon gibt es jetzt alle in Pokémon GO.“ Pokémon GO bekommt neue Arten nach und nach. Dabei entscheidet die Veröffentlichungspolitik des Spiels darüber, wann welche Pokémon auftauchen.

Für Spieler hat das einen angenehmen Nebeneffekt: Der Pokédex ist nie wirklich abgeschlossen. Selbst wenn man irgendwann sehr weit kommt und nur noch wenige Lücken sieht, kann eine neue Veröffentlichung wieder ein kleines Sammelprojekt daraus machen. Gerade bei seltenen Entwicklungsstufen oder regionalen Pokémon kann eine einzige neue Art plötzlich wieder mehrere Tage lang zum Thema werden.

Wie viele Pokémon sollte man für einen vollständigen Pokédex eigentlich haben?

Das ist die Frage, bei der ich keine künstlich genaue Zahl nennen würde. Für einen „vollständigen Pokédex“ gibt es in Pokémon GO nämlich mehrere sinnvolle Definitionen. Der eine Spieler möchte jede Spezies einmal registriert haben. Ein anderer möchte zusätzlich alle verfügbaren Formen besitzen. Für einen dritten gehört ein Kostüm-Pikachu aus einem längst vergangenen Event genauso zur Sammlung wie ein normales Pikachu.

Besonders bei älteren Accounts wird der Unterschied sichtbar. Ein Spieler, der seit den ersten Jahren dabei ist, kann seltene Event-Varianten besitzen, die ein neuer Account gar nicht auf dieselbe Weise erhalten kann. Umgekehrt kann ein neuer Spieler Pokémon besitzen, die ein langjähriger Spieler damals schlicht verpasst hat. Der persönliche Pokédex erzählt deshalb fast ein wenig die Geschichte des jeweiligen Accounts.

Wenn du also wissen möchtest, wie viele Pokémon dir noch fehlen, würde ich nicht einfach die Gesamtzahl aller bisher erschienenen Pokémon nehmen und deine gefangenen Exemplare davon abziehen. Sinnvoller ist es, zuerst zu prüfen, welche Einträge dir tatsächlich fehlen und ob sie derzeit überhaupt erhältlich sind. Ein leerer Eintrag bedeutet nicht automatisch, dass du nur „besser suchen“ musst.

Die interessante Zahl ist am Ende nicht die größte

Mich fasziniert an Pokémon GO inzwischen weniger die Frage, ob der Pokédex gerade 900, 1.000 oder noch mehr Arten umfasst. Viel interessanter ist, wie unterschiedlich Spieler mit derselben Sammlung umgehen. Für den einen ist ein vollständiger Pokédex das Ziel. Der nächste interessiert sich fast ausschließlich für Shiny-Pokémon, während jemand anderes jahrelang dieselbe Entwicklungsreihe sammelt, weil ihm genau diese Pokémon gefallen.

Darum ist die Aussage „In Pokémon GO gibt es aktuell mehr als 1.000 Pokémon-Arten“ als grobe Orientierung brauchbar, aber sie erzählt noch nicht die ganze Geschichte. Sobald Formen, regionale Pokémon, Event-Inhalte und zeitlich begrenzte Veröffentlichungen dazukommen, wird aus einer einfachen Zahl ein ziemlich großes Sammelsystem.

Und vielleicht ist genau das der Grund, warum der Pokédex nach so vielen Jahren noch funktioniert. Man öffnet ihn nicht nur, um eine Zahl abzulesen. Man sieht dort auch, was man erlebt, verpasst, getauscht oder irgendwann bei schlechtem Wetter doch noch aus einem Raid mitgenommen hat. Bei einem Spiel, das ursprünglich vor allem vom Fangen leben sollte, ist das eine bemerkenswert lange Geschichte für eine einfache Liste kleiner Monster.

Grafiken und Fotos: Magnific.com


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