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Cyberpunk 2077 – Wie Viele Enden? Alle Enden von Cyberpunk 2077 im Überblick

Als ich Cyberpunk 2077 zum ersten Mal beendet habe, war mein größtes Problem nicht der Abspann selbst, sondern die Frage danach: „Habe ich eigentlich alles gesehen?“ Night City ist voller Entscheidungen, die im Moment oft klein wirken – ein Gespräch mit Johnny, eine scheinbar nebensächliche Mission oder ein Charakter, dem man etwas mehr Aufmerksamkeit schenkt. Erst am Ende merkt man, dass diese Momente nicht einfach verschwinden.

Genau deshalb ist die Frage nach den Enden von Cyberpunk 2077 etwas komplizierter als eine einfache Zahl. Das Spiel bietet mehrere Abschlussvarianten, aber nicht jede davon liegt offen auf dem Tisch. Manche Wege hängen davon ab, wie man Beziehungen aufgebaut hat und welche Nebenmissionen man wirklich gespielt hat. Ich habe viele Stunden in Night City verbracht und finde gerade diese Verbindung zwischen persönlichen Entscheidungen und dem Finale einen der spannendsten Aspekte des Spiels.

Wie viele Enden hat Cyberpunk 2077 tatsächlich?

Cyberpunk 2077 besitzt insgesamt fünf Hauptenden in der ursprünglichen Version des Spiels. Dazu kommt mit der Erweiterung Phantom Liberty eine weitere große Entscheidungsebene, die sogar einen zusätzlichen Abschluss ermöglicht. Wenn man nur die Hauptgeschichte betrachtet, sprechen die meisten Spieler deshalb von fünf beziehungsweise sechs möglichen Endvarianten.

Die Enden unterscheiden sich nicht nur durch unterschiedliche Zwischensequenzen. Sie verändern, welche Charaktere V begleiten, welche Opfer gebracht werden und wie die Geschichte von Johnny Silverhand und V interpretiert wird. Einige Enden fühlen sich eher hoffnungsvoll an, andere deutlich düsterer. Keines davon wirkt wie die „perfekte“ Lösung – und genau das passt erstaunlich gut zur Welt von Cyberpunk.

Ende Voraussetzung Besonderheit
Der Teufel Entscheidung mit Hanako Arasaka V arbeitet mit Arasaka zusammen und erhält einen sehr speziellen Ausgang
Die Sterne Aldecaldos-Nebenmissionen abgeschlossen V verlässt Night City mit den Nomaden
Die Sonne Rogue-Questreihe abgeschlossen V wird zur Legende von Night City
Mäßigung Johnny übernimmt Vs Körper Ein Ende mit Fokus auf Johnny Silverhand
Geheimes Ende Hohe Beziehung zu Johnny erforderlich Alleiniger Angriff auf Arasaka ohne Verbündete
Phantom-Liberty-Ende Entscheidungen in der Erweiterung Eine völlig neue Richtung für Vs Schicksal

Warum die Enden von Cyberpunk 2077 so unterschiedlich wirken

Viele Rollenspiele geben dem Spieler am Ende eine klassische Belohnung für „gute“ Entscheidungen. Cyberpunk 2077 geht einen anderen Weg. Das Spiel fragt nicht: „Hast du alles richtig gemacht?“ Es fragt eher: „Was bist du bereit aufzugeben, um dein Ziel zu erreichen?“ Diese Frage begleitet V eigentlich schon ab der ersten Stunde.

Beim Schreiben über Spiele merke ich oft, dass gerade solche Enden stärker hängen bleiben als einfache Happy Ends. Bei Cyberpunk 2077 liegt die Wirkung weniger darin, was nach der letzten Mission passiert, sondern darin, wie man diesen Punkt erreicht hat. Wenn man beispielsweise viel Zeit mit Panam verbracht hat, fühlt sich ein bestimmtes Finale plötzlich ganz anders an, als wenn man hauptsächlich allein durch Night City gezogen ist.

Das Arasaka-Ende: Der Teufel

Das Arasaka-Finale ist wahrscheinlich das Ende, über das Spieler am meisten diskutieren. V entscheidet sich dafür, mit Hanako Arasaka zusammenzuarbeiten und auf die Macht des Konzerns zu setzen. Auf den ersten Blick scheint diese Wahl logisch: Arasaka besitzt die Technologie, die V vielleicht retten könnte.

Die Atmosphäre dieses Endes ist jedoch bewusst ungewöhnlich. Statt eines großen triumphalen Moments bekommt man eine Geschichte über Kontrolle, Vertrauen und den Preis von Sicherheit. Arasaka bietet eine Lösung an, aber diese Lösung hat Bedingungen. Besonders interessant fand ich, wie das Spiel hier mit der Vorstellung spielt, dass Überleben allein nicht automatisch bedeutet, gewonnen zu haben.

Dieses Ende zeigt eine Seite der Cyberpunk-Welt, die man sonst oft nur am Rand sieht: Menschen werden zu Daten, Persönlichkeiten werden zu Besitz und Konzerne entscheiden darüber, was mit einem Leben geschieht.

Das Nomaden-Ende: Die Sterne

Wer die Aldecaldos und Panam näher kennenlernt, bekommt eine ganz andere Möglichkeit. Dieses Ende entsteht nicht durch eine einzelne Entscheidung am Schluss, sondern durch mehrere Stunden zusätzlicher Inhalte. Genau deshalb übersehen viele Spieler diesen Weg beim ersten Durchgang.

Die Stärke dieses Finales liegt für mich darin, dass es nicht versucht, Night City schönzureden. Die Stadt bleibt gefährlich, V bleibt nicht plötzlich vollständig gerettet. Aber es gibt etwas, das viele andere Wege vermissen lassen: eine echte Perspektive außerhalb der endlosen Spirale aus Gewalt, Konzernen und Ruhm.

Die Nomaden stehen für einen Gedanken, der sich durch das gesamte Spiel zieht: Vielleicht ist ein kleineres Leben mit echten Beziehungen mehr wert als eine große Legende, die niemand wirklich kennt.

Das Rogue-Ende: Die Sonne

Dieses Finale richtet den Blick stärker auf Johnny Silverhand und seine Vergangenheit. Gemeinsam mit Rogue greift V Arasaka an und versucht, die Geschichte rund um den legendären Rockerboy zu einem Abschluss zu bringen.

Spieler, die Johnny während der gesamten Handlung besser verstanden haben, erleben dieses Ende meist intensiver. Anfangs wirkt Johnny wie ein reiner Störfaktor in Vs Kopf, aber mit der Zeit wird deutlich, dass hinter seiner Wut, seinem Ego und seinen extremen Ansichten auch viel Schmerz steckt.

Das Ende „Die Sonne“ passt besonders zu Spielern, die V als jemanden sehen, der seinen Namen in Night City verewigen möchte. Der Preis dafür bleibt allerdings typisch Cyberpunk: Ruhm und persönlicher Verlust liegen sehr nah beieinander.

Das Ende Mäßigung: Johnny Silverhands Weg

Bei diesem Abschluss gibt V Johnny die Kontrolle über den eigenen Körper. Es ist eines der emotional schwierigsten Enden, weil es nicht nur um Leben und Tod geht, sondern um Identität.

Während des Spiels streiten sich V und Johnny ständig darüber, wer sie eigentlich sind und wem der Körper gehört. Mit der Zeit verändert sich diese Beziehung. Aus Feinden werden widerwillige Partner, manchmal sogar Freunde. Genau deshalb wirkt dieses Ende nicht wie eine einfache Aufgabe, sondern wie eine letzte Konsequenz aus ihrer gemeinsamen Geschichte.

Es stellt eine unangenehme Frage: Ist ein Mensch nur sein Körper, oder bleiben Erinnerungen und Persönlichkeit wichtiger?

Das geheime Ende: Der Solo-Angriff auf Arasaka

Das geheime Ende gehört zu den Varianten, die viele Spieler erst nach mehreren Durchläufen entdecken. Es hängt stark davon ab, wie V mit Johnny umgeht und welche Beziehung zwischen den beiden aufgebaut wurde.

Der Unterschied zu den anderen Enden ist deutlich: V entscheidet sich dafür, niemanden in Gefahr zu bringen und Arasaka allein anzugreifen. Das klingt zunächst nach einer typischen Heldengeschichte, aber Cyberpunk 2077 macht daraus keine einfache Machtdemonstration.

Dieser Weg ist besonders anspruchsvoll und fühlt sich deshalb wie eine Prüfung der gesamten bisherigen Reise an. Man steht am Ende nicht nur vor Gegnern, sondern auch vor den Konsequenzen aller Entscheidungen, die man vorher getroffen hat.

Das zusätzliche Ende durch Phantom Liberty

Mit Phantom Liberty hat CD Projekt Red die Geschichte von V noch einmal erweitert. Die Erweiterung fügt nicht einfach eine weitere Mission hinzu, sondern stellt die zentrale Frage des Spiels neu: Was ist ein normales Leben wert, wenn der Preis dafür alles andere verändert?

Dieses Ende unterscheidet sich stark von den ursprünglichen Varianten. Es zeigt eine mögliche Zukunft, die viele Spieler wahrscheinlich nicht erwartet haben. Ohne zu viel vorwegzunehmen: Es ist weniger ein klassisches Finale mit großen Explosionen und mehr eine ruhige, nachdenkliche Betrachtung darüber, was V nach all den Ereignissen überhaupt noch bleibt.

Welches Ende sollte man zuerst spielen?

Diese Frage bekomme ich häufig gestellt, und meine Antwort ist meistens: nicht nach einem „besten“ Ende suchen. Cyberpunk 2077 funktioniert gerade deshalb, weil die Enden unterschiedliche Seiten derselben Geschichte zeigen.

Wenn man beim ersten Durchgang möglichst viel erleben möchte, lohnt es sich, die Nebenfiguren nicht zu ignorieren. Besonders Panam, Rogue und Johnny verändern den Blick auf das Finale. Viele der besten Momente entstehen nicht in der letzten Mission, sondern Stunden vorher in Gesprächen, die zunächst nebensächlich wirken.

Ich würde deshalb niemandem empfehlen, direkt eine Komplettlösung daneben zu legen und jede Entscheidung nach Anleitung zu treffen. Das nimmt dem Ende einen Teil seiner Wirkung. Besser ist es, V so zu spielen, wie man die Figur selbst versteht. Danach kann man immer noch andere Varianten ausprobieren.

Warum Cyberpunk 2077 nach dem Ende im Kopf bleibt

Bei vielen Spielen ist der Abspann der Punkt, an dem die Reise vorbei ist. Bei Cyberpunk 2077 beginnt dort oft erst die Diskussion. Man denkt darüber nach, ob die eigene Entscheidung wirklich die richtige war, ob man jemanden hätte retten können oder ob ein anderes Ende besser gepasst hätte.

Genau diese Unsicherheit macht die Enden interessant. Night City gibt keine einfachen Antworten. Sie zeigt eine Welt, in der jede Lösung einen Preis hat und jeder Sieg einen Schatten hinterlässt.

Vielleicht ist das der Grund, warum Spieler auch Jahre nach dem Release noch über diese Enden sprechen. Nicht, weil eines davon alles perfekt abschließt, sondern weil jedes Finale eine andere Interpretation davon liefert, was V eigentlich gesucht hat: Rettung, Freiheit, Erinnerung oder einfach nur einen letzten Moment, in dem die eigene Entscheidung noch zählt.

Grafiken und Fotos: Magnific.com

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