Ich erinnere mich noch gut an die ersten Pokémon-GO-Runden, bei denen man mit dem Handy in der Hand durch die Gegend lief und plötzlich mitten auf dem Gehweg stehen blieb, weil auf der Karte ein Pokémon aufgetaucht war. Am Anfang wirkt das Spiel erstaunlich simpel: Pokémon finden, Pokébälle werfen, weiterlaufen. Nach ein paar Stunden merkt man allerdings, dass hinter dieser Oberfläche ziemlich viele kleine Systeme stecken. Einige davon versteht man nebenbei, andere sollte man besser früh kennen, weil man sich sonst unnötig Ressourcen verbraucht oder später Dinge nachholen muss.
Genau deshalb würde ich einem neuen Spieler nicht empfehlen, sofort jede Funktion auszuprobieren. Pokémon GO wird angenehmer, wenn man zunächst ein Gefühl für die Karte, die eigenen Pokémon und die verschiedenen Ressourcen bekommt. Man muss weder von Anfang an perfekte Teams bauen noch jeden Raid mitnehmen. Viel wichtiger ist, dass man versteht, was man gerade eigentlich tut.
Der Anfang ist einfacher, als das Spiel zunächst vermuten lässt
Nach der ersten Einrichtung landet man direkt auf der Karte. Dort begegnen einem wilde Pokémon, PokéStops, Arenen und je nach Umgebung weitere interaktive Elemente. Für die ersten Minuten würde ich einfach herumgehen und beobachten. Fangt Pokémon, dreht PokéStops und schaut euch an, welche Orte in eurer Umgebung besonders viele Spielmöglichkeiten bieten. Gerade in Städten merkt man schnell, dass sich manche Plätze zu kleinen Treffpunkten für Pokémon GO entwickelt haben.
Beim Fangen selbst lohnt es sich, nicht hektisch zu werden. Der Pokéball muss nicht mit Gewalt über den Bildschirm geschleudert werden. Ein sauberer Wurf in den farbigen Fangkreis erhöht die Chance auf einen guten Fang und kann zusätzliche Erfahrung bringen. Der Kreis verändert seine Größe. Wer sich etwas Zeit lässt und den richtigen Moment abpasst, wird schon nach kurzer Zeit deutlich zuverlässiger werfen.
Ein kleiner Fehler passiert Anfängern besonders häufig: Sie verbrauchen ihre besten Bälle für gewöhnliche Pokémon. Am Anfang reichen die normalen Pokébälle für den größten Teil der Begegnungen vollkommen aus. Bessere Bälle und andere Fanghilfen sollte man nicht gedankenlos einsetzen, nur weil ein Pokémon gerade interessant aussieht. Später kommen Begegnungen, bei denen man froh ist, noch Reserven zu haben.
Pokébälle, Items und Platz im Beutel: Die unscheinbare Baustelle
PokéStops sind deshalb von Beginn an wichtig. Sie liefern verschiedene Gegenstände und sorgen dafür, dass man beim Spielen unterwegs nicht ständig alles kaufen muss. Wer ohnehin spazieren geht, sollte möglichst viele Stops mitnehmen. Es ist eine der angenehmsten Eigenschaften von Pokémon GO, dass eine normale Runde durch die Stadt oder einen Park gleichzeitig zur Ressourcenrunde werden kann.
Mit der Zeit füllt sich allerdings der Item-Beutel. Dann steht man vor der unangenehmen Meldung, dass kein Platz mehr vorhanden ist. Gerade am Anfang sollte man deshalb nicht jedes Item aufheben, ohne zu überlegen, wofür es eigentlich gebraucht wird. Einige Gegenstände sind situationsabhängig und müssen nicht in riesigen Mengen gelagert werden. Pokébälle hingegen verschwinden schneller, als man denkt, wenn man mehrere Stunden unterwegs ist.
Dasselbe gilt für Pokémon. Die Box wird irgendwann voll, und dann beginnt das Sortieren. Ich würde mir angewöhnen, nicht jedes gefangene Pokémon sofort zu entwickeln oder mit Sternenstaub zu verstärken. Sternenstaub ist eine der wertvollsten Ressourcen im Spiel, und gerade neue Spieler geben ihn gerne für Pokémon aus, die wenige Stunden später durch ein besseres Exemplar ersetzt werden.
Welches Pokémon sollte man behalten?
Hier wird Pokémon GO zum ersten Mal etwas komplizierter. Nicht jedes Pokémon derselben Art ist gleich gut. Beim Blick auf die Bewertung spielen unter anderem die individuellen Werte eine Rolle. Gleichzeitig bedeutet ein hoher Wert nicht automatisch, dass dieses Pokémon für jeden Zweck die beste Wahl ist.
Für den Einstieg würde ich mich deshalb nicht sofort in Tabellen und mathematische Berechnungen verlieren. Fangt erst einmal mehrere Exemplare derselben Art und vergleicht sie. Das vermittelt ein besseres Gefühl dafür, warum zwei scheinbar identische Pokémon unterschiedliche Werte haben können.
Bei der Entwicklung sollte man ebenfalls kurz innehalten. Manche Pokémon sind in einer bestimmten Entwicklungsstufe nützlich, andere werden erst durch ihre Entwicklung interessant. Dazu kommen unterschiedliche Attacken und Einsatzmöglichkeiten. Wer später ernsthafter in Raids oder Kämpfen spielen möchte, wird sich ohnehin genauer mit diesen Dingen beschäftigen. Für die ersten Spielstunden reicht es, gute Exemplare nicht vorschnell zu verschicken.
Ein praktischer Trick ist eine einfache Kennzeichnung. Pokémon, die ihr später genauer prüfen wollt, können entsprechend markiert werden. So verhindert man, dass ein interessantes Exemplar beim Aufräumen versehentlich verschwindet. Gerade wenn man nach einigen Tagen plötzlich mehrere hundert Pokémon besitzt, ist eine solche Ordnung überraschend hilfreich.
Die Karte lesen lernen: Wo Pokémon GO wirklich interessant wird
Pokémon GO fühlt sich anders an, wenn man verstanden hat, wie die eigene Umgebung funktioniert. Manche Gebiete sind reich an PokéStops und Arenen, andere wirken fast leer. Das bedeutet nicht unbedingt, dass man dort schlecht spielen kann. Häufig reicht schon ein Spaziergang in Richtung Innenstadt, Park, Bahnhof oder größerem öffentlichen Platz, um deutlich mehr Aktivität zu finden.
Auch die Tageszeit kann eine Rolle spielen. Bestimmte Pokémon tauchen abhängig von verschiedenen Spielbedingungen häufiger auf, und Events verändern das normale Spielgeschehen. Wer einmal eine gut besuchte Pokémon-GO-Zone während eines Events erlebt hat, versteht ziemlich schnell, warum manche Spieler ihre Spaziergänge nach dem Spielkalender ausrichten.
Dabei sollte man sich nicht von der Vorstellung stressen lassen, jede Gelegenheit mitnehmen zu müssen. Pokémon GO funktioniert hervorragend als Spiel, das man nebenbei spielt. Eine halbe Stunde beim Spaziergang kann vollkommen ausreichen. Wer versucht, jede Stunde optimal auszunutzen, macht aus einem eigentlich entspannten Spiel schnell eine To-do-Liste.
Raids: Wann man anfangen sollte, mit anderen zu spielen
Raids sind für viele Spieler der Punkt, an dem Pokémon GO vom gemütlichen Sammelspiel zum sozialen Spiel wird. Ein Raid findet an einer Arena statt und stellt euch einem starken Pokémon entgegen. Die Schwierigkeit hängt vom jeweiligen Raid ab, und bei anspruchsvolleren Begegnungen sind mehrere Spieler praktisch unverzichtbar.
Als Anfänger würde ich nicht versuchen, sofort alleine besonders schwierige Raids zu bewältigen. Viel sinnvoller ist es, sich zunächst an einfacheren Begegnungen zu beteiligen und dabei zu beobachten, welche Pokémon andere Spieler einsetzen. So lernt man ganz nebenbei, welche Typen und Attacken in der Praxis eine Rolle spielen.
Besonders angenehm wird das Spiel, wenn man eine lokale Gruppe findet. In vielen Gegenden gibt es Spieler, die sich über Messenger, Community-Plattformen oder andere Kanäle zu Raids verabreden. Man muss dafür kein Hardcore-Spieler sein. Gerade bei gemeinsamen Raids merkt man schnell, dass Pokémon GO nicht ausschließlich auf dem eigenen Smartphone stattfindet.
Pokémon entwickeln oder Ressourcen sparen?
Diese Frage taucht früher auf, als man denkt. Für eine Entwicklung werden Bonbons benötigt, die man normalerweise durch das Fangen und weitere Aktivitäten mit der jeweiligen Pokémon-Art erhält. Bei häufig vorkommenden Pokémon sammeln sich die Bonbons schnell an. Bei seltenen Arten kann es dagegen lange dauern.
Deshalb würde ich bei seltenen Pokémon grundsätzlich etwas geduldiger sein. Eine Entwicklung ist nicht automatisch dann sinnvoll, wenn genügend Bonbons vorhanden sind. Wenn ihr kurz danach ein deutlich besseres Exemplar fangt, ärgert ihr euch möglicherweise über die bereits investierten Ressourcen.
Bei gewöhnlichen Pokémon darf man dagegen ruhig experimentieren. Das Spiel soll schließlich auch Spaß machen. Man muss nicht jede Entscheidung für die nächsten sechs Monate optimieren. Perfektion ist für den Einstieg deutlich weniger wichtig als ein Gefühl dafür, welche Ressourcen man besitzt und wofür man sie einsetzen möchte.
Eine kleine Orientierung für die ersten Spieltage
| Aktivität | Was sie am Anfang bringt | Worauf ich achten würde |
|---|---|---|
| Pokémon fangen | Erfahrung, Bonbons und neue Pokémon | Nicht jeden Pokéball verschwenden und interessante Exemplare behalten |
| PokéStops drehen | Pokébälle und weitere Items | Auf dem täglichen Weg möglichst viele Stops mitnehmen |
| Arenen | Kämpfe, Interaktion und weitere Spielmöglichkeiten | Erst einmal die Mechanik kennenlernen, statt sofort zu optimieren |
| Raids | Belohnungen und Begegnungen mit starken Pokémon | Bei schwierigeren Raids mit anderen Spielern zusammenarbeiten |
| Pokémon bewerten | Bessere Übersicht über die eigene Sammlung | Sternenstaub nicht vorschnell in beliebige Pokémon investieren |
Die größten Anfängerfehler passieren meistens nicht beim Fangen
Ein Fehler, den ich immer wieder bei neuen Spielern sehe, ist der Versuch, sofort ein perfektes Team zusammenzustellen. Dafür ist am Anfang schlicht noch nicht genug Material vorhanden. Die Sammlung verändert sich ständig. Ein Pokémon, das heute großartig aussieht, kann morgen durch eine andere Begegnung uninteressant werden.
Der zweite Klassiker ist das wahllose Ausgeben von Sternenstaub. Wer gerade ein neues Pokémon bekommt und sofort die Stärke erhöhen möchte, sollte lieber einmal tief durchatmen. Auf höheren Stufen werden die Kosten spürbarer, und plötzlich merkt man, dass die Ressource fehlt, wenn man sie tatsächlich braucht.
Auch das Ignorieren von Aufgaben kann sich rächen. Forschungsaufgaben gehören zu den Systemen, die man leicht nebenbei erledigen kann. Viele Ziele entstehen ohnehin beim normalen Spielen: Pokémon fangen, Stops drehen, bestimmte Würfe schaffen oder an anderen Aktivitäten teilnehmen. Ich würde deshalb regelmäßig einen Blick auf die aktuellen Aufgaben werfen, statt sie komplett aus dem Auge zu verlieren.
Freunde, Geschenke und gemeinsames Spielen
Pokémon GO belohnt soziale Kontakte stärker, als man beim ersten Start vermutet. Freunde können Geschenke austauschen, gemeinsam spielen und je nach Situation weitere Boni oder Interaktionen ermöglichen. Wer jemanden kennt, der ebenfalls spielt, sollte die Freundesfunktion ruhig nutzen.
Interessant ist dabei weniger der Gedanke, möglichst viele Kontakte zu sammeln, sondern die langfristige Entwicklung. Freundschaften können mit der Zeit aufgewertet werden, und gemeinsame Aktivitäten bekommen dadurch einen zusätzlichen Nutzen. Das fühlt sich deutlich natürlicher an als viele andere Fortschrittssysteme, weil man tatsächlich jemanden hat, mit dem man das Spiel verbindet.
Was man am Anfang getrost ignorieren kann
Pokémon GO hat mittlerweile so viele Funktionen, dass neue Spieler leicht das Gefühl bekommen, etwas zu verpassen. Dieses Gefühl würde ich bewusst ignorieren. Ihr müsst nicht sofort jede Kampfvariante verstehen, nicht jedes Pokémon auswendig kennen und auch nicht jede Event-Belohnung besitzen.
Konzentriert euch zunächst auf drei Dinge: Pokémon fangen, Ressourcen sammeln und verstehen, welche Exemplare ihr behalten möchtet. Danach kommen Arenen, Raids, Teamzusammenstellungen und die feineren Systeme fast automatisch. Das Spiel erklärt vieles nicht besonders elegant, aber man lernt erstaunlich viel, wenn man einfach eine Weile spielt und sich bei auftauchenden Fragen gezielt mit ihnen beschäftigt.
Und noch etwas: Achtet beim Spielen auf eure Umgebung. Das klingt banal, ist bei Pokémon GO aber wichtiger als bei fast jedem anderen Spiel. Nicht während des Laufens auf den Bildschirm starren, an Straßen kurz stehen bleiben und nicht auf private Grundstücke ausweichen, nur weil dort ein Pokémon auftaucht. Das beste Pokémon auf der Karte ist den Ärger nicht wert.
Wann aus einem Anfänger ein Pokémon-GO-Spieler wird
Der interessante Moment kommt für mich nicht beim Erreichen eines bestimmten Levels. Er kommt dann, wenn man die Karte nicht mehr nur als Spieloberfläche betrachtet. Man weiß plötzlich, wo die nächste Arena steht, welcher Park viele Spawns hat, wo man während eines Events gut spielen kann und welche Pokémon in der eigenen Sammlung tatsächlich etwas bedeuten.
Bis dahin darf die Sammlung ruhig chaotisch sein. Man darf ein Pokémon entwickeln, obwohl es vielleicht nicht optimal ist. Man darf einen Raid nur mitmachen, weil das Pokémon interessant aussieht. Und man darf eine Runde spielen, ohne irgendein Ziel zu verfolgen.
Gerade darin liegt für mich ein Teil des Reizes von Pokémon GO. Das Spiel funktioniert am besten, wenn es nicht jede Minute Aufmerksamkeit verlangt, sondern einen Grund liefert, noch ein Stück weiterzugehen. Irgendwann wird aus dem „Ich schaue nur kurz, was hier auftaucht“ eine vertraute kleine Routine. Und dann merkt man, dass der eigentliche Einstieg längst vorbei ist.
Grafiken und Fotos: Magnific.com
Flüssige Framerates, clevere Einstellungen und Hardware, die auch unter Last überzeugt – die technischen Details machen oft den Unterschied. Zwischen Gaming-PCs, Konsolen und neuen Technologien gibt es schließlich immer etwas zu entdecken oder zu optimieren.