Als ich Rise of the Tomb Raider zum ersten Mal auf der PS4 gespielt habe, war nicht der Schwierigkeitsgrad das, was mich am meisten aufgehalten hat. Es waren diese kleinen Momente, in denen Lara vor einer alten Ruine steht, drei Wege sichtbar sind und trotzdem keiner davon sofort logisch wirkt. Genau diese Situationen machen den Reiz des Spiels aus – aber sie können auch dafür sorgen, dass man minutenlang im Kreis läuft und den eigentlichen Lösungsweg übersieht.
Ich habe diese Lösung deshalb nicht als reine Aufzählung aller Missionsziele geschrieben. Vielmehr geht es darum, wie ich die Abschnitte erlebt habe und welche Stellen meiner Meinung nach die meiste Aufmerksamkeit brauchen. Besonders bei den Gräbern, den größeren Rätseln und einigen Kämpfen hilft es, nicht einfach nur schnell weiterzulaufen, sondern die Umgebung wirklich zu lesen. Lara hat fast immer einen Hinweis in der Nähe versteckt.
Der richtige Einstieg: Nicht sofort durch die Hauptgeschichte rennen
Viele Spieler starten Rise of the Tomb Raider mit dem Gedanken, möglichst schnell der Handlung zu folgen. Das funktioniert natürlich, aber man verpasst dabei einen großen Teil dessen, was das Spiel besonders macht. Schon in den ersten Gebieten lohnt es sich, Höhlen, Nebenwege und versteckte Bereiche mitzunehmen. Die zusätzlichen Ressourcen sind später deutlich hilfreicher, als man am Anfang vielleicht erwartet.
Gerade auf der PS4 spielt sich Lara etwas anders als im Vorgänger. Die Steuerung fühlt sich vertraut an, aber die Kämpfe verlangen mehr Geduld. Wer nur mit Pfeil und Bogen nach vorne stürmt, wird spätestens bei größeren Gegnergruppen Probleme bekommen. Ich habe mir angewöhnt, vor jedem Gefecht kurz die Umgebung zu prüfen: Gibt es erhöhte Positionen? Kann ich Gegner umgehen? Gibt es explosive Objekte oder Wasserflächen, die ich nutzen kann?
Eine kleine Vorbereitung spart später viel Frust. Die wichtigsten Verbesserungen am Anfang sind für mich nicht die spektakulärsten Waffen-Upgrades, sondern Fähigkeiten, die beim Sammeln und Überleben helfen. Gerade in den kalten Gebieten Sibiriens merkt man schnell, dass Ressourcen und Heilung den Unterschied machen können.
Sibirien und die ersten Herausforderungen – Ruhe bewahren lohnt sich
Der Anfang in der verschneiten Landschaft wirkt zunächst relativ linear, aber schon hier versteckt das Spiel einige Mechaniken, die später wichtiger werden. Lara muss klettern, Spuren verfolgen und mit ihrer Umgebung arbeiten. Wer hier aufmerksam spielt, versteht viele Rätsel später schneller.
Eine typische Falle für neue Spieler ist, die weiße Markierung der Kletterstellen als einzigen Hinweis zu betrachten. Nicht jede Lösung liegt direkt vor den Augen. Manchmal muss man erst ein Objekt bewegen, eine Fackel nutzen oder einen Umweg nehmen. Besonders bei alten Anlagen habe ich oft festgestellt, dass die Entwickler den Blick bewusst lenken: Eine auffällige Struktur im Hintergrund ist meistens kein Zufall.
Bei den ersten größeren Kämpfen gegen Trinity-Soldaten empfehle ich, nicht zu aggressiv vorzugehen. Die KI reagiert auf Geräusche und Positionen. Ein still ausgeschalteter Gegner kann eine ganze Gruppe auseinanderziehen. Das fühlt sich deutlich mehr nach Lara Crofts ursprünglicher Rolle als Entdeckerin an, als einfach nur durch die Gegner zu laufen.
Die Rätsel der Gräber – wo viele Spieler hängen bleiben
Die optionalen Gräber gehören für mich zu den besten Momenten des Spiels. Sie erinnern daran, warum die Tomb-Raider-Reihe überhaupt so beliebt geworden ist. Allerdings sind einige Rätsel nicht deshalb schwierig, weil die Mechanik kompliziert wäre, sondern weil man die Umgebung falsch interpretiert.
Ein Beispiel dafür sind Wasser- und Gewichtsmechanismen. Oft erwartet man eine direkte Lösung, aber das Spiel möchte, dass man mehrere Schritte kombiniert. Erst ein Objekt verschieben, dann einen Wasserstand verändern, danach eine neue Plattform erreichen – diese Reihenfolge ist entscheidend.
Mein Rat bei solchen Stellen: Nicht hektisch alle Tasten ausprobieren. Bleibt Lara scheinbar stehen, bedeutet das meistens nicht, dass etwas kaputt ist. Schaut euch die Räume aus verschiedenen Blickwinkeln an. Der Fotomodus oder ein kurzer Kameraschwenk kann manchmal mehr helfen als zehn Minuten planloses Springen.
Die Belohnungen aus den Gräbern sind übrigens nicht nur nette Extras. Die zusätzlichen Fähigkeiten verändern später den Spielstil und machen einige Abschnitte deutlich angenehmer.
Die Sowjetanlage – Schleichen, kämpfen und Ressourcen richtig einsetzen
Die Sowjetanlage ist einer der Bereiche, in denen Rise of the Tomb Raider seine Mischung aus Erkundung und Action besonders gut zeigt. Hier treffen offene Bereiche, Gegnerlager und kleinere Rätsel aufeinander. Viele Spieler versuchen, jedes Lager sofort zu räumen, aber manchmal ist Geduld die bessere Strategie.
Ich habe festgestellt, dass ein langsames Vorgehen häufig schneller ist. Wenn man alle Gegner alarmiert, entsteht ein chaotischer Kampf, bei dem Munition und Heilung verloren gehen. Nutzt stattdessen Büsche, erhöhte Plattformen und die Umgebung. Lara ist keine Soldatin, die eine Frontlinie durchbricht – sie ist eine Überlebende, die improvisiert.
Die Karte zeigt viele interessante Orte, aber nicht alles muss sofort erledigt werden. Manche Bereiche sind deutlich einfacher, wenn Lara später bessere Ausrüstung besitzt. Das Spiel ist so aufgebaut, dass ein späterer Besuch oft angenehmer wird.
Die schwierigeren Kämpfe gegen Trinity und gepanzerte Gegner
Einige Gefechte in Rise of the Tomb Raider können auf der PS4 überraschend anspruchsvoll sein. Besonders gepanzerte Gegner sorgen dafür, dass die übliche Taktik nicht mehr funktioniert. Einfach auf den Kopf zielen und hoffen, dass es reicht, bringt hier wenig.
Bei diesen Gegnern hat sich für mich eine Mischung aus Geduld und Vorbereitung bewährt. Schwachstellen erkennen, Umgebung nutzen und nicht unnötig Munition verschwenden – das klingt einfach, wird aber im hektischen Kampf schnell vergessen.
Hilfreich sind vor allem diese Vorgehensweisen:
- Erst beobachten: Viele Gegner bewegen sich nach festen Mustern und lassen sich leichter ausschalten, wenn man nicht sofort angreift.
- Die Umgebung nutzen: Explosionen, Höhenunterschiede und Deckungen sind oft wichtiger als bessere Waffen.
- Munition sparen: Gerade in längeren Abschnitten kann ein leerer Vorrat problematisch werden.
- Fähigkeiten passend auswählen: Nicht jede Verbesserung bringt in jedem Spielstil Vorteile.
Diese Kämpfe fühlen sich besonders dann gut an, wenn man nicht nur reagiert, sondern vorher einen kleinen Plan entwickelt. Genau dort zeigt das Spiel seine Stärke.
Die verlorene Stadt Kitezh – die größten Rätsel und die finale Atmosphäre
Kitezh ist einer der beeindruckendsten Bereiche im gesamten Spiel. Die Größe der Umgebung und die Mischung aus Geschichte, Erkundung und Gefahr funktionieren hier besonders gut. Gleichzeitig gibt es einige Passagen, bei denen viele Spieler den Überblick verlieren.
Bei den großen Mechanik-Rätseln in diesem Abschnitt gilt fast immer: Die Lösung besteht aus mehreren kleinen Veränderungen. Ein Hebel alleine bringt selten den Erfolg. Beobachtet, was sich nach jeder Aktion verändert. Wasserstände, bewegliche Plattformen und Seilmechaniken hängen häufig zusammen.
Ich finde gerade diese Momente interessant, weil sie nicht einfach eine Markierung auf dem Bildschirm verlangen. Das Spiel vertraut darauf, dass der Spieler aufmerksam bleibt. Wenn man die Lösung gefunden hat, wirkt sie meistens logisch – nur der Weg dorthin ist manchmal etwas versteckt.
Tipps für einen kompletten Durchgang auf der PS4
Wer Rise of the Tomb Raider vollständig erleben möchte, sollte sich nicht nur auf die Hauptmissionen konzentrieren. Die Nebenaufgaben erzählen zusätzliche Geschichten über die Welt und geben Lara wichtige Vorteile.
Die meisten Probleme entstehen nicht durch schwere Gegner, sondern durch fehlende Vorbereitung. Wer regelmäßig Ressourcen sammelt, Ausrüstung verbessert und gelegentlich Nebenbereiche besucht, erlebt die Hauptgeschichte deutlich entspannter.
Auch beim Sammeln lohnt sich eine gewisse Ordnung. Ich würde nicht versuchen, jedes einzelne Objekt beim ersten Betreten eines Gebietes zu finden. Manche Geheimnisse werden erst mit späteren Werkzeugen erreichbar. Ein entspannter Durchgang macht meistens mehr Spaß als eine ständige Suche nach dem letzten versteckten Dokument.
Was ich nach mehreren Durchläufen an Rise of the Tomb Raider besonders schätze
Nach mehreren Spielstunden fällt auf, dass Rise of the Tomb Raider nicht nur von seinen großen Actionmomenten lebt. Die stärksten Szenen sind oft die ruhigen Abschnitte: Lara allein in einer verlassenen Ruine, das Geräusch des Windes in den Bergen oder der Moment, in dem ein scheinbar kompliziertes Rätsel plötzlich Sinn ergibt.
Eine gute Lösung sollte deshalb nicht nur sagen, welchen Weg man gehen muss. Sie sollte helfen, das Spiel besser zu verstehen. Genau dafür sind Hinweise zu Rätseln, Kämpfen und Erkundung gedacht. Man nimmt dem Abenteuer nichts weg, wenn man an einer schwierigen Stelle nachliest – manchmal sorgt ein kleiner Hinweis sogar dafür, dass man danach wieder mehr selbst entdeckt.
Rise of the Tomb Raider bleibt für mich eines dieser Spiele, bei denen man beim ersten Durchgang überrascht wird und beim zweiten Durchlauf die Details bemerkt, die vorher untergegangen sind. Die beste Erfahrung entsteht nicht dadurch, dass man jeden Schritt perfekt plant, sondern dadurch, dass man Lara Zeit gibt, ihre Geschichte zu erzählen.
Grafiken und Fotos: Magnific.com
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