Beim ersten Durchlauf von Assassin’s Creed Odyssey hatte ich irgendwann diesen Moment, den viele Spieler kennen: Man steht auf einer Anhöhe in Griechenland, sieht dutzende Fragezeichen auf der Karte und fragt sich, ob man gerade eine epische Reise erlebt oder einfach nur versucht, eine riesige Aufgabenliste abzuarbeiten. Genau an diesem Punkt habe ich angefangen, meine Spielweise zu ändern. Odyssey belohnt nicht denjenigen, der nur möglichst schnell die Hauptgeschichte abschließt, sondern denjenigen, der versteht, wie die Welt funktioniert.
Diese Lösung ist deshalb kein reiner Ablaufplan nach dem Motto „gehe von A nach B“. Ich möchte zeigen, wie ich durch die Geschichte gekommen bin, welche Entscheidungen tatsächlich Auswirkungen hatten, wo man leicht Zeit verliert und welche kleinen Tricks den Unterschied machen. Besonders bei Odyssey lohnt es sich, nicht blind der Markierung zu folgen. Manche der besten Momente entstehen abseits des Hauptpfades – bei einer Nebenquest, einer zufälligen Begegnung oder einem Kampf, den man eigentlich vermeiden wollte.
Der richtige Einstieg in die Welt von Odyssey
Die ersten Stunden entscheiden viel darüber, wie angenehm der restliche Spielverlauf wird. Odyssey wirft den Spieler nicht sofort in eine klassische lineare Kampagne, sondern öffnet nach dem Anfangsgebiet eine riesige Welt. Ich empfehle, nicht direkt jedes Symbol auf der Karte abzuarbeiten. Das wirkt am Anfang motivierend, wird später aber schnell zur Routine.
Nach dem Prolog auf Kephallenia sollte man sich zunächst mit den Grundsystemen vertraut machen. Dazu gehören das Aufwerten der Ausrüstung, die Fähigkeiten und vor allem das Kampfsystem. Viele Schwierigkeiten entstehen nicht, weil Gegner zu stark sind, sondern weil die eigene Spielfigur nicht passend ausgerüstet ist.
Eine Sache, die mir viele Stunden erspart hat: Nicht jedes neue Schwert und jede neue Rüstung behalten. Die Inventarliste füllt sich sonst unglaublich schnell. Bessere Werte sind wichtiger als ein legendäres Aussehen. Erst später lohnt es sich, gezielt ein bestimmtes Set aufzubauen.
Die Hauptgeschichte von Assassin’s Creed Odyssey Schritt für Schritt
Die Handlung von Odyssey dreht sich um die Reise von Kassandra oder Alexios, die Suche nach der eigenen Vergangenheit und den Konflikt mit dem Kult des Kosmos. Die Geschichte ist deutlich persönlicher erzählt als viele ältere Teile der Reihe. Gerade deshalb sollte man Gespräche nicht einfach wegklicken. Einige Entscheidungen wirken zunächst unwichtig, können aber später Figuren und Begegnungen verändern.
Nach Kephallenia führt der Weg nach Megaris. Dort bekommt man erstmals ein Gefühl für die großen politischen Konflikte der Welt. Die Eroberungsschlachten sind ein wichtiger Bestandteil des Spiels, müssen aber nicht ständig wiederholt werden. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man deutlich mehr Spaß hat, wenn man sie gezielt spielt und nicht jede Region komplett leert.
Im weiteren Verlauf führen die Hauptmissionen nach Phokis, Athen und Sparta. Gerade Athen ist ein Gebiet, in dem viele Spieler zu früh zu viel erledigen wollen. Die Stadt wirkt überwältigend, aber die wichtigsten Aufgaben ergeben sich automatisch aus der Geschichte.
| Abschnitt | Worauf man achten sollte | Typischer Fehler |
|---|---|---|
| Kephallenia | Grundlagen lernen, Ausrüstung sammeln, Fähigkeiten ausprobieren | Zu viele Ressourcen für frühe Gegenstände verschwenden |
| Megaris und Phokis | Questlinien verfolgen und erste Entscheidungen bewusst treffen | Jede Nebenaktivität sofort abschließen wollen |
| Athen und Sparta | Politische Konflikte und wichtige Figuren kennenlernen | Dialogoptionen ohne Überlegung auswählen |
| Spätere Regionen | Charakterentwicklung und legendäre Ausrüstung verbessern | Nur auf die Hauptmissionen konzentriert bleiben |
Entscheidungen, Enden und wichtige Momente
Eine Besonderheit von Odyssey ist, dass die Geschichte stärker von Entscheidungen beeinflusst wird als frühere Teile. Während manche Dialoge nur kleine Unterschiede erzeugen, gibt es einige Situationen, die später eine größere Rolle spielen.
Besonders wichtig sind die Begegnungen mit der eigenen Familie. Ich würde empfehlen, diese Abschnitte nicht einfach nebenbei zu spielen. Die Antworten, die man gibt, bestimmen, welche Beziehungen bestehen bleiben können. Wer ein bestimmtes Ende erreichen möchte, sollte sich früh überlegen, welche Richtung die eigene Figur einschlagen soll.
Das Spiel erklärt nicht immer eindeutig, welche Entscheidung welche Folgen hat. Genau das macht einige Momente interessant. Manchmal merkt man erst viele Stunden später, dass ein kurzer Satz oder eine scheinbar kleine Handlung eine Bedeutung hatte.
Kampf, Fähigkeiten und die beste Charakterentwicklung
Odyssey bietet drei große Spielstile: Krieger, Jäger und Assassine. Natürlich kann man alle Bereiche kombinieren, aber eine klare Richtung macht den Anfang deutlich einfacher. Ich habe zunächst stark auf den Krieger gesetzt, weil direkte Kämpfe in vielen Situationen unvermeidbar sind.
Die Fähigkeit „Zweite Chance“ beziehungsweise die Heilfähigkeit gehört für viele Spielweisen zu den wichtigsten Verbesserungen. Gerade bei längeren Kämpfen gegen Söldner oder stärkere Gegner macht sie einen großen Unterschied.
Später lohnt es sich, die Ausrüstung gezielt mit Gravuren zu verbessern. Viele Spieler unterschätzen dieses System. Ein Set mit passenden Boni kann stärker sein als einzelne seltene Gegenstände mit höheren Grundwerten.
Bei Bosskämpfen hilft es selten, einfach aggressiver zu spielen. Odyssey belohnt Geduld. Gegner haben klare Angriffsmuster, und wer diese erkennt, verliert deutlich weniger Lebenspunkte. Besonders gegen Söldner habe ich gelernt, nicht jeden Kampf erzwingen zu müssen.
Die Suche nach dem Kult des Kosmos
Die Jagd nach den Mitgliedern des Kults gehört zu den zentralen Aufgaben im Spiel. Die Hinweise bekommt man oft nicht direkt durch eine große Markierung, sondern durch Erkundung, Quests und Gespräche.
Mein Tipp: Nicht sofort jede Spur verfolgen, sobald sie auftaucht. Viele Kultmitglieder erledigt man automatisch während anderer Missionen. Wenn man gezielt alle Hinweise sammelt, bevor man bestimmte Regionen abschließt, spart man später viel Suchzeit.
Die Aufdeckung des Kults ist außerdem einer der Bereiche, in denen Odyssey seine offene Welt gut nutzt. Man fühlt sich tatsächlich wie jemand, der Informationen sammelt, statt nur eine Liste von Gegnern abzuarbeiten.
Schiff, Seeschlachten und Erkundung der Inselwelt
Die Adrestia ist nicht nur ein Transportmittel. Das Schiff wird im Laufe des Spiels zu einem wichtigen Bestandteil der Reise. Verbesserungen an Rumpf, Besatzung und Waffen machen spätere Seeschlachten wesentlich angenehmer.
Am Anfang würde ich nicht jedes Schiff angreifen, das auf der Karte auftaucht. Manche Gegner sind deutlich stärker als erwartet. Es lohnt sich mehr, Ressourcen durch kleinere Aufgaben und gezielte Kämpfe zu sammeln.
Die Inseln von Griechenland gehören für mich zu den stärksten Elementen des Spiels. Jede Region hat ihren eigenen Charakter. Manche Orte wirken ruhig und verlassen, andere sind voller Konflikte. Wer nur schnell zwischen Questmarkierungen reist, verpasst einen großen Teil dessen, was Odyssey besonders macht.
Nebenquests, Söldner und legendäre Belohnungen
Nebenquests sind in Odyssey nicht einfach zusätzliche Beschäftigung. Viele davon erzählen kleine Geschichten, die teilweise besser geschrieben sind als manche Hauptmission. Besonders die Aufgaben mit wiederkehrenden Figuren bleiben im Gedächtnis.
Das Söldnersystem sorgt dafür, dass die Welt nicht statisch wirkt. Wer Verbrechen begeht oder hohe Kopfgelder sammelt, bekommt neue Gegner auf die Spur. Manchmal kann ein Söldner während einer normalen Mission auftauchen und einen Kampf komplett verändern.
Legendäre Ausrüstung bekommt man häufig durch besondere Gegner, Questreihen oder bestimmte Herausforderungen. Dabei sollte man nicht vergessen, dass ein legendärer Gegenstand erst durch passende Verbesserungen wirklich stark wird.
Tipps für einen entspannten ersten Durchgang
Ich würde Odyssey heute anders spielen als bei meinem ersten Versuch. Damals wollte ich jede Region vollständig abschließen, bevor ich weiterzog. Das führte dazu, dass die Geschichte manchmal ihren Rhythmus verlor. Beim zweiten Durchlauf habe ich mich stärker treiben lassen und nur Aktivitäten gemacht, die mich wirklich interessiert haben.
Ein paar Gewohnheiten haben sich dabei bewährt:
- Regelmäßig Ausrüstung verkaufen oder zerlegen, damit das Inventar übersichtlich bleibt.
- Nicht jede Nebenquest sofort annehmen, sondern nach Interesse auswählen.
- Ressourcen sammeln, wenn man unterwegs ist, statt später große Mengen nachzufarmen.
- Fähigkeiten an den eigenen Spielstil anpassen und nicht nur nach Empfehlungen anderer spielen.
- Bei schwierigen Kämpfen lieber die Taktik ändern als nur die Schwierigkeit zu reduzieren.
Die wichtigste Erfahrung aus Odyssey ist für mich, dass das Spiel seine besten Momente nicht auf der Karte markiert. Eine zufällige Höhle, ein Gespräch am Straßenrand oder eine unerwartete Begegnung auf dem Meer bleibt oft stärker im Gedächtnis als eine große Hauptmission.
Nach der Hauptgeschichte: Was bleibt noch zu tun?
Auch nach dem Abschluss der zentralen Handlung gibt es noch viel zu entdecken. Die Jagd nach den letzten Kultmitgliedern, zusätzliche Geschichten und die Erkundung bisher ignorierter Regionen können problemlos viele weitere Stunden füllen.
Odyssey ist kein Spiel, das man einfach beendet und weglegt. Die Welt funktioniert eher wie eine lange Reise, bei der man mit der Zeit eigene Geschichten sammelt. Manche Entscheidungen erinnern einen später daran, warum man eine bestimmte Figur gerettet oder einen bestimmten Weg gewählt hat.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum die Lösung eines Spiels wie Assassin’s Creed Odyssey nicht nur aus Missionen und Wegbeschreibungen bestehen sollte. Eine gute Reise durch das antike Griechenland entsteht nicht dadurch, dass man möglichst schnell am Ziel ankommt. Sie entsteht durch die kleinen Umwege, die man unterwegs macht.
Grafiken und Fotos: Magnific.com
Neue Games ausprobieren, Spielmechaniken hinterfragen und gelegentlich an völlig absurden Bugs verzweifeln – genau das macht den Reiz aus. Im Mittelpunkt stehen ehrliche Eindrücke, überraschende Entdeckungen und die Frage, ob ein Spiel wirklich Spaß macht.